Ihre Praxis sucht eine MPA. Die Stelle steht auf der eigenen Website, ein Beitrag auf Instagram oder LinkedIn ist vorbereitet – und nun stellt sich die Frage, ob zusätzlich ein Stellenportal sinnvoll ist. Die Antwort hängt davon ab, wen Sie erreichen möchten und wie einfach der Weg zur Bewerbung ist.
Für aktiv Stellensuchende ist ein gut auffindbares Inserat auf einem passenden Stellenportal ein sinnvoller Zugang. Social Media ergänzt die Suche über Kontakte, Weiterempfehlungen und Einblicke in die Praxis. Die eigene Website liefert die vollständigen Informationen. Welcher Kanal für Ihre Stelle die passenden Bewerbungen bringt, zeigt sich erst an den tatsächlich eingegangenen Bewerbungen und Gesprächen.
Die drei Kanäle erfüllen unterschiedliche Aufgaben
1. Die Praxiswebsite: eine verlässliche Anlaufstelle
Auf Ihrer Website können Interessierte nachlesen, wie das Team arbeitet, wo die Praxis liegt und welche Aufgaben zur Stelle gehören. Wenn Sie dort eine Stelle veröffentlichen, sollte sie auf einer eigenen, öffentlich erreichbaren Seite stehen. Ein Hinweis wie «Wir suchen Verstärkung – melden Sie sich» lässt wichtige Fragen offen. Fehlt eine solche Seite, kann auch ein vollständiges Portal-Inserat das Ziel Ihrer geteilten Links sein.
Nennen Sie mindestens den Beruf, das Pensum, den Arbeitsort, den möglichen Eintritt und die Bewerbungsmöglichkeit. Bei Teilzeitstellen helfen konkrete Arbeitstage oder ein Hinweis darauf, welche Tage verhandelbar sind. Verlinken Sie direkt auf diese Stelle, wenn Sie sie über andere Kanäle teilen.
2. Ein Stellenportal: ein zusätzlicher Weg zur offenen Stelle
Ein Stellenportal richtet sich an Menschen, die Stellenangebote durchsuchen. Ein Fachportal kann die Suche auf eine Branche eingrenzen; ein allgemeines Portal deckt mehr Berufe ab. Prüfen Sie deshalb, ob die gewünschte Berufsgruppe und die Region auf dem jeweiligen Portal sinnvoll gesucht werden können.
Für eine MPA-Stelle sollten Titel, Pensum und Ort bereits in der Trefferliste verständlich sein. Ein auffälliger Titel wie «Organisationstalent mit Herz gesucht» ersetzt die Berufsbezeichnung nicht. «MPA 60–80% in Winterthur» ist konkreter. Die Aufgabe des Inserats ist anschliessend, offene Fragen zu klären und die Bewerbung zu erleichtern.
3. Social Media: Einblicke und Empfehlungen
Ein Beitrag im bestehenden Netzwerk kann Menschen auf die Stelle aufmerksam machen und weitergeteilt werden. Zeigen Sie etwas, das eine reine Stellenliste kaum vermittelt: Wie ist der Praxisalltag organisiert? Wer arbeitet zusammen? Was macht die Stelle im Team besonders?
Unterscheiden Sie zwischen einem gewöhnlichen Beitrag auf Ihrer Unternehmensseite, einer Stellenanzeige innerhalb einer Plattform und bezahlter Werbung. Das sind unterschiedliche Formate mit unterschiedlichen Möglichkeiten und Kosten. Ein organischer Beitrag erreicht nicht automatisch alle passenden Personen in Ihrer Region.
Der Beitrag sollte zu einem vollständigen, aktuellen Inserat führen. So müssen Interessierte die Details nicht erst per Direktnachricht erfragen. Nutzen Sie Teamfotos nur mit entsprechender Zustimmung und achten Sie darauf, dass keine Patientendaten sichtbar sind.
Welche Kombination passt zu Ihrer Situation?
Eine konkrete MPA-Stelle soll besetzt werden
Schwerpunkt: Ein vollständiges Inserat und ein passender Stellenmarkt als zusätzlicher Zugang. Prüfen: Sind Beruf, Ort, Pensum und Bewerbung auf Anhieb verständlich?
Ihr Team verfügt über ein aktives berufliches Netzwerk
Schwerpunkt: Teilen Sie den Stellenlink gezielt über persönliche Kontakte und Social Media. Prüfen: Führt jeder Beitrag direkt zur richtigen, noch offenen Stelle?
Ihre Arbeitsweise oder das Team lässt sich gut zeigen
Schwerpunkt: Ergänzen Sie das Inserat um einen konkreten Einblick. Prüfen: Erklärt der Beitrag etwas, das für den Arbeitsalltag relevant ist?
Das Inserat erhält Aufmerksamkeit, aber kaum passende Bewerbungen
Schwerpunkt: Prüfen Sie Inhalt und Bewerbungsweg, bevor Sie weitere Reichweite einkaufen. Prüfen: Fehlen Bedingungen, sind Anforderungen unklar oder ist die Bewerbung umständlich?
Berücksichtigen Sie bei der Auswahl Beruf, Region, Arbeitsbedingungen und den Aufwand für die Betreuung des jeweiligen Kanals.
Vor zusätzlicher Reichweite: diese fünf Punkte klären
1. Beruf und Aufgaben: Schreiben Sie aus, dass Sie eine medizinische Praxisassistentin oder einen medizinischen Praxisassistenten suchen. Trennen Sie notwendige Qualifikationen von Kenntnissen, die Sie während der Einarbeitung vermitteln können.
2. Pensum und Arbeitstage: «Teilzeit möglich» ist weniger konkret als ein Pensumsbereich mit Angaben zur Verteilung. Vermeiden Sie Bedingungen, die im Inserat offenbleiben und erst im Gespräch überraschen.
3. Arbeitsbedingungen: Beschreiben Sie Team, Fachgebiet, Arbeitszeiten, Einarbeitung und Weiterbildung so konkret, wie es Ihre tatsächlichen Bedingungen erlauben. Wenn Sie einen Lohnrahmen nennen, machen Sie die Bezugsgrösse verständlich.
4. Bewerbungsweg: Öffnen Sie den Link selbst auf dem Smartphone. Ist sofort klar, wohin die Bewerbung geht, welche Unterlagen nötig sind und wer Rückfragen beantwortet?
5. Aktualität: Entfernen oder kennzeichnen Sie eine besetzte Stelle auf allen genutzten Kanälen. Kontrollieren Sie ältere Social-Media-Beiträge, die weiterhin auf das Inserat führen.
Eine ausführliche Checkliste und ein Beispielinserat finden Sie in unserem Ratgeber «Dringend MPA gesucht? Checkliste und Inserat-Vorlage für Arztpraxen».
So vergleichen Sie die Ergebnisse ohne falsche Schlüsse
Legen Sie vor dem Start fest, was für Ihre Stelle als passende Bewerbung gilt: beispielsweise die erforderliche Ausbildung, ein vereinbares Pensum und die tatsächlich abdeckbaren Arbeitstage. Verwenden Sie diese Kriterien anschliessend für alle Kanäle.
Führen Sie für jede Quelle eine einfache Liste. Erfassen Sie den Beobachtungszeitraum, die Ausgaben, tatsächlich eingegangene Bewerbungen, davon passende Bewerbungen und vereinbarte Gespräche. Ergänzen Sie, soweit verfügbar, Inserataufrufe und Klicks auf den Bewerbungsbutton.
Ein Klick auf «Bewerben» ist noch keine eingegangene Bewerbung. Wenn Bewerbungen per E-Mail oder auf Ihrer eigenen Website eingehen, müssen Sie diese getrennt mit dem Portalbericht abgleichen. Fragen Sie bei unklarer Herkunft nach, wie die Person auf die Stelle aufmerksam wurde. Halten Sie unbekannte Quellen als unbekannt fest.
Zählen Sie doppelt eingegangene Bewerbungen derselben Person für dieselbe Stelle nur einmal.
Auch Reichweite lässt sich nicht unbesehen vergleichen: Eine Social-Media-Impression, ein Inserataufruf und eine einzelne Person sind unterschiedliche Messgrössen. Mehrere Kontakte mit derselben Person können zu einer Bewerbung beitragen.
Für einen einfachen Kostenvergleich teilen Sie die zuordenbaren Kanalausgaben durch die Zahl der passenden Bewerbungen. Bei null passenden Bewerbungen gibt es keinen sinnvollen Kosten-pro-Bewerbung-Wert; notieren Sie stattdessen die Ausgaben und den bisherigen Rücklauf. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Entscheidung auch den Aufwand für Beiträge, Rückfragen und Vorauswahl.
Ein konkreter Start für Ihre nächste Ausschreibung
Erstellen Sie zunächst ein vollständiges Inserat mit klarer Bewerbungsmöglichkeit. Als Ziel für geteilte Links eignet sich eine eigene Stellenseite oder ein vollständiges Portal-Inserat. Wählen Sie anschliessend ergänzende Kanäle, deren Zielgruppe zur Stelle passt. Teilen Sie den direkten Stellenlink im beruflichen Netzwerk mit einer kurzen Erklärung, warum die Stelle interessant ist.
Vereinbaren Sie intern einen festen Termin, an dem Sie den Rücklauf gemeinsam prüfen. Gibt es kaum Aufrufe, untersuchen Sie Auffindbarkeit und Verbreitung. Gibt es Aufrufe, aber keine Bewerbungen, prüfen Sie Bedingungen und Bewerbungsweg. Gehen Bewerbungen ein, die nicht zu den Anforderungen passen, überarbeiten Sie die Beschreibung dieser Anforderungen. Ändern Sie möglichst einen Punkt nach dem anderen, damit die Wirkung nachvollziehbar bleibt.
Eine MPA-Stelle auf PraxTor ausschreiben
PraxTor ist ein Stellenportal für das Schweizer Gesundheitswesen. Wenn Sie Ihre MPA-Stelle zusätzlich auf einem spezialisierten Stellenmarkt veröffentlichen möchten, können Sie ein Einzelinserat erstellen. Bewerbungen gehen direkt an Sie; die Veröffentlichung erfolgt nach Prüfung.
Das Einzelinserat kostet zum Stand dieses Beitrags CHF 290 für 30 Tage. Es ist eine einmalige Buchung. Die aktuellen Angebote und Laufzeiten finden Sie auf der Preisseite.
Häufige Fragen
Reicht ein Instagram- oder LinkedIn-Beitrag für die MPA-Suche?
Ein Beitrag kann passende Kontakte erreichen oder weiterempfohlen werden. Ob das für Ihre Stelle genügt, lässt sich nicht aus Likes oder Reichweite ableiten. Sorgen Sie für einen direkten Link zum vollständigen Inserat und prüfen Sie die eingegangenen Bewerbungen.
Sollten wir gleichzeitig auf mehreren Stellenportalen inserieren?
Das kann sinnvoll sein, wenn sich die Zielgruppen ergänzen. Legen Sie zunächst Budget und Auswahlkriterien fest. Prüfen Sie nach der vereinbarten Beobachtungszeit, welche Quellen passende Bewerbungen gebracht haben und wo die Herkunft unklar bleibt.
Was tun, wenn trotz Inserat und Social Media keine Bewerbung kommt?
Kontrollieren Sie zuerst, ob die Stelle öffentlich erreichbar und noch aktuell ist. Prüfen Sie danach die konkreten Arbeitsbedingungen, die Verständlichkeit der Anforderungen und den Bewerbungsweg auf dem Smartphone. Zusätzliche Verbreitung löst diese Probleme nicht automatisch.
Quellen und Stand
Geprüft am 30. Oktober 2026. Die Auswahlhilfe beschreibt Kanaltypen und verwendet keine gemessenen Erfolgsquoten einzelner Anbieter.
LinkedIn: Unternehmensseiten und Sponsored Content – Einordnung organischer Beiträge und bezahlter Ausspielung.
LinkedIn: eine Stellenanzeige veröffentlichen – Stellenanzeigen als eigenes Format innerhalb der Plattform.
PraxTor: aktuelle Angebote und Laufzeiten.