Aktualisiert: April 2026 | Quellen: FMH-Lohnempfehlungen, Lohnbuch Schweiz 2026, kantonale Ärztegesellschaften, OdA Gesundheit
Was verdient man im Schweizer Gesundheitswesen wirklich? Ob MPA, Pflegefachfrau, Physiotherapeutin oder Ärztin – die Lohnunterschiede zwischen Berufen, Kantonen und Erfahrungsstufen sind erheblich. Dieser Leitfaden fasst alle aktuellen Gehaltsdaten für 2026 zusammen und zeigt, wo die besten Verdienstmöglichkeiten liegen.
Gehaltsübersicht: Alle Berufe im Vergleich
Hier die wichtigsten Gesundheitsberufe im direkten Vergleich. Alle Angaben beziehen sich auf Bruttolöhne bei Vollzeitbeschäftigung (42 Stunden/Woche) inklusive 13. Monatslohn, sofern nicht anders angegeben.
BerufEinstiegslohn/MtDurchschnitt/MtDurchschnitt/JahrPflegehelfer/in SRKCHF 3'984CHF 4'243CHF 55'159Med. Praxisassistent/in (MPA)CHF 4'500–4'600CHF 5'575CHF 72'476Fachfrau/-mann Gesundheit (FaGe)CHF 4'200CHF 4'800CHF 62'400Dentalassistent/inCHF 4'200CHF 4'900CHF 63'700Med. Praxiskoordinator/in (MPK)CHF 5'000CHF 5'800CHF 75'400Pflegefachfrau/-mann HFCHF 5'618CHF 6'058CHF 78'754Pflegefachfrau/-mann FHCHF 6'000CHF 6'500CHF 84'500Physiotherapeut/inCHF 5'500CHF 6'200CHF 80'600HebammeCHF 5'800CHF 6'400CHF 83'200PflegedienstleitungCHF 7'538CHF 7'733CHF 100'533Assistenzarzt/-ärztinCHF 7'500CHF 8'500CHF 110'500Oberarzt/-ärztinCHF 10'000CHF 12'000CHF 156'000Leitende/r Arzt/ÄrztinCHF 13'000CHF 16'000+CHF 200'000+
Hinweis: Die Angaben für Ärztinnen und Ärzte können je nach Spital, Fachrichtung und Privatanteil stark variieren. Chefarztlöhne in Universitätsspitälern können deutlich über CHF 300'000 liegen.
MPA-Lohn 2026 im Detail
Die Medizinische Praxisassistentin (MPA) ist einer der häufigsten Berufe in Schweizer Arztpraxen. Der Lohn wird massgeblich durch kantonale Empfehlungen der Ärztegesellschaften bestimmt.
Grundlohn nach Kanton
Die FMH und die kantonalen Ärztegesellschaften geben jährlich Lohnempfehlungen heraus. Für 2026 gelten folgende Richtwerte für den Einstiegslohn (1. Berufsjahr, 42-Stunden-Woche):
KantonMonatslohn (Einstieg)BesonderheitenZürichCHF 4'600Inkl. Teuerungsausgleich 0.1%ZugCHF 4'298Mindestlohn, zzgl. TeuerungsausgleichBernCHF 4'400–4'600Nach Lohnempfehlung BEKAGBasel-StadtCHF 4'500Empfehlung MEDGES BaselGenfCa. CHF 5'000Höchste Löhne schweizweitObwaldenCa. CHF 3'800Tiefste Löhne schweizweit
Lohnentwicklung mit Berufserfahrung
Mit zunehmender Berufserfahrung steigt der MPA-Lohn kontinuierlich. Die kantonalen Ärztegesellschaften empfehlen jährliche Erfahrungszulagen, insbesondere in den ersten Berufsjahren.
- 1.–3. Berufsjahr: CHF 4'500–5'000/Mt
- 4.–7. Berufsjahr: CHF 5'000–5'500/Mt
- 8.–15. Berufsjahr: CHF 5'500–6'000/Mt
- 15+ Jahre Erfahrung: CHF 6'000–6'500/Mt
Zulagen für Weiterbildungen
MPA mit Zusatzqualifikationen verdienen spürbar mehr:
- Berufsbildnerin: +CHF 200/Mt (Empfehlung Kanton Zug)
- Medizinische Praxiskoordinatorin (MPK): +CHF 500/Mt (Empfehlung MEDGES Basel)
- Röntgenberechtigung, Strahlenschutz: Individuelle Zulagen möglich
- Eidg. Fachausweis MPK: Deutliche Lohnsteigerung auf CHF 5'500–6'500/Mt
Pflegefachfrau/-mann: HF vs. FH
Der Ausbildungsweg hat direkten Einfluss auf den Verdienst. Pflegefachpersonen mit Fachhochschul-Abschluss (FH) verdienen in der Regel mehr als jene mit Diplom einer Höheren Fachschule (HF).
AbschlussEinstieg/MtDurchschnitt/MtDurchschnitt/JahrPflegefachfrau/-mann HFCHF 5'618CHF 6'058CHF 78'754Pflegefachfrau/-mann FH (BSc)CHF 6'000CHF 6'500CHF 84'500
Lohn nach Kanton
- Freiburg: CHF 84'071/Jahr (höchster Durchschnitt)
- Zürich: CHF 83'318/Jahr
- Genf: CHF 82'000/Jahr
- Thurgau: CHF 72'000/Jahr (unterer Bereich)
Lohn nach Arbeitgeber
- Universitätsspital (öffentlich): Höchste Löhne, geregelt durch kantonale Personalgesetze
- Kantonsspital: Leicht unter Uni-Niveau, aber mit guten Sozialleistungen
- Private Klinik: Variabel – kann über oder unter öffentlichen Löhnen liegen
- Spitex: Tendenziell etwas tiefer, aber mit zunehmender Bedeutung und steigenden Löhnen
- Pflegeheim: Meist am unteren Ende des Lohnbands
Karriere und Lohnsprünge in der Pflege
Der Aufstieg in der Pflege bietet erhebliches Lohnpotenzial:
- Pflegefachperson mit Fachverantwortung: CHF 6'800–7'500/Mt
- Stationsleitung: CHF 7'000–8'000/Mt
- Pflegedienstleitung: CHF 7'538–8'665/Mt (Zürich)
- Pflegeexpertin APN: CHF 8'000–9'500/Mt
Ärztinnen und Ärzte: Vom Assistenzarzt zum Chefarzt
Die Arztlöhne in der Schweiz gehören zu den höchsten weltweit. Sie variieren jedoch stark nach Karrierestufe, Fachrichtung und Arbeitsort.
Lohn nach Karrierestufe
PositionBruttolohn/Jahr (Richtwert)Assistenzarzt/-ärztinCHF 100'000–120'000Oberarzt/-ärztinCHF 140'000–180'000Leitende/r Arzt/ÄrztinCHF 180'000–250'000Chefarzt/-ärztin (Kantonsspital)CHF 250'000–400'000Chefarzt/-ärztin (Universitätsspital)CHF 300'000–500'000+
Fachrichtungen mit den höchsten Löhnen
In der eigenen Praxis sind die Einkommensunterschiede zwischen Fachrichtungen besonders ausgeprägt. Chirurgische Fachrichtungen und Spezialdisziplinen wie Radiologie oder Kardiologie erzielen in der Regel die höchsten Einkommen. Hausärztinnen und Hausärzte verdienen zwar weniger als Spezialisten, profitieren aber von einer starken Nachfrage und flexibleren Arbeitsmodellen.
Weitere Gesundheitsberufe
Physiotherapeut/in
- Einstieg: CHF 5'500/Mt
- Durchschnitt: CHF 6'200/Mt
- In eigener Praxis: Deutlich höheres Einkommen möglich, aber mit unternehmerischem Risiko
Ergotherapeut/in
- Einstieg: CHF 5'200/Mt
- Durchschnitt: CHF 5'800/Mt
Hebamme
- Einstieg: CHF 5'800/Mt
- Durchschnitt: CHF 6'400/Mt
- Leitende Hebamme: Bis CHF 8'000/Mt
Dentalassistent/in
- Einstieg: CHF 4'200/Mt
- Durchschnitt: CHF 4'900/Mt
- Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft gibt stufenweise Bandbreiten pro Berufsjahr an.
Dentalhygieniker/in
- Einstieg: CHF 5'500/Mt
- Durchschnitt: CHF 6'500/Mt
- Einer der bestbezahlten nicht-akademischen Gesundheitsberufe
Was beeinflusst den Lohn?
1. Kanton
Der Arbeitsort ist einer der stärksten Lohnfaktoren. In Genf, Zürich und Zug sind die Löhne am höchsten – aber auch die Lebenshaltungskosten. In ländlichen Kantonen wie Obwalden oder Thurgau sind die Löhne tiefer, die Lebensqualität dafür oft höher.
2. Berufserfahrung
Die meisten Gesundheitsberufe kennen Erfahrungszulagen. Gerade in den ersten zehn Berufsjahren steigt der Lohn überdurchschnittlich.
3. Weiterbildungen
Zusatzqualifikationen zahlen sich direkt aus. Ob eidgenössischer Fachausweis, CAS/MAS an einer Fachhochschule oder Spezialisierungskurse – Weiterbildung ist der effektivste Hebel für mehr Lohn.
4. Arbeitgeber und GAV
Öffentliche Institutionen zahlen in der Regel nach festgelegten Lohnklassen. Private Arbeitgeber sind flexibler – nach oben und nach unten. Gesamtarbeitsverträge (GAV) können Mindestlöhne festlegen.
5. Arbeitszeit und Zulagen
Schichtarbeit, Nacht- und Wochenenddienste werden im Gesundheitswesen in der Regel mit Zulagen vergütet. Diese können den effektiven Lohn um 10–20% erhöhen.
13. Monatslohn
Im Schweizer Gesundheitswesen ist der 13. Monatslohn Standard. Er ist ein fester Lohnbestandteil und wird anteilig ausbezahlt, wenn das Arbeitsverhältnis nicht das ganze Kalenderjahr umfasst. Alle oben genannten Jahreslöhne beinhalten den 13. Monatslohn.
Lohnverhandlung: Tipps für Gesundheitsfachpersonen
- Recherchieren Sie die kantonalen Lohnempfehlungen für Ihren Beruf – sie sind öffentlich zugänglich und ein starkes Argument in Verhandlungen.
- Dokumentieren Sie Ihre Weiterbildungen – jede Zusatzqualifikation ist ein konkreter Grund für mehr Lohn.
- Vergleichen Sie Arbeitgeber – öffentliche und private Institutionen bieten unterschiedliche Gesamtpakete (Lohn, Ferien, Pensionskasse, Weiterbildungsbudget).
- Verhandeln Sie nicht nur den Lohn – auch Ferientage, flexible Arbeitszeiten und Weiterbildungsbudgets haben einen monetären Wert.
Fazit
Das Schweizer Gesundheitswesen bietet attraktive Löhne auf allen Stufen. Die grössten Lohnunterschiede entstehen durch den Kanton, die Berufserfahrung und die gewählten Weiterbildungen. Wer gezielt in Zusatzqualifikationen investiert und den Arbeitsort strategisch wählt, kann sein Einkommen über die Karriere hinweg erheblich steigern.
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Quellen: FMH MPA-Lohnempfehlungen 2026, Ärztegesellschaft Kanton Zürich (AGZ), Ärztegesellschaft Kanton Zug, Lohnbuch Schweiz 2026 (Volkswirtschaftsdirektion Kanton Zürich), OdA Gesundheit, Bundesamt für Statistik (BFS), medi-karriere.ch